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Die Tasche, die ich nie gefunden habe
Jahrelang habe ich nach einer Tasche gesucht, die wirklich zu mir passt – praktisch, langlebig und mit allen passenden Fächern und Details. Irgendetwas war immer nicht ganz richtig.
Als Student hatte ich außerdem nur begrenzten Platz und keine Möglichkeit, große Werkzeuge oder eine Werkstatt zu nutzen. Genau in dieser Zeit bin ich darauf gestoßen, dass viele Lederwaren traditionell sowieso von Hand gefertigt werden, mit vergleichsweise einfachen Mitteln. Das hat mich neugierig gemacht, es selbst auszuprobieren.
Bis heute nähe ich auch meine Geldbeutel von Hand, weil ich von der Qualität und der Haptik überzeugt bin. Dieses direkte Arbeiten mit dem Material ist für mich bis heute ein wichtiger Teil geblieben. Meine ersten Taschen die ich hergestellt habe, trage ich heute noch.
Die Freude am Tüfteln
Mit den ersten eigenen Produkten habe ich schnell gemerkt, dass mir nicht nur das Handwerk selbst Spaß macht, sondern vor allem die Konzeption.
Es geht mir darum, Produkte so zu gestalten, dass sie wirklich funktionieren – im Alltag, in der Nutzung und im Detail. Welche Konstruktion passt? Welche Arbeitsschritte ergeben sich daraus? Mit welchen Techniken lässt sich eine Idee am besten umsetzen – oder brauche ich vielleicht eine Methode, die ich noch gar nicht kenne?
Sich in solchen Gedanken zu verlieren, ist über die Jahre zu meinem liebsten Rückzugsort geworden. Wenn ich an neuen Produkten arbeite, kann ich abschalten und mich voll auf das konzentrieren, was gerade entsteht – mit allen Facetten und Nuancen. Auch die ruhige Umsetzung hat für mich immer etwas Meditatives gehabt.
Vom Experiment zur eigenen Marke
Irgendwann wurde aus dem ersten Ausprobieren mehr als nur ein Hobby. Ich habe mich bewusst dafür entschieden, meinen Job zu verlassen und das Handwerk zu meinem Beruf zu machen.
Ein wichtiger Teil dieser Entscheidung war die Überzeugung, dass es genug andere Menschen gibt, die genau solche durchdachten, ehrlichen Produkte schätzen – Dinge, bei denen klar ist, wo sie herkommen, und die man gerne täglich benutzt und deren Entstehung man mitverfolgen kann.
Gleichzeitig wollte ich diese Begeisterung für das Entwerfen und Entwickeln von Produkten beibehalten, ohne eine klassische Fast-Fashion-Marke zu werden (Nicht, dass ich als ein Mann Betrieb könnte, wenn ich wollte). Deshalb sind auch meine Schnittmuster und YouTube-Tutorials entstanden, als perfekte Ausrede, immer neue Ideen umzusetzen und Menschen zu unterstützen, die wie ich eine Leidenschaft für das Handwerk entwickelt haben. So können sie an meinen Produkten und Designs teilhaben, auch ohne eine Tasche bei mir kaufen zu müssen.
Auch individuelle Kundenaufträge gehören für mich dazu, weil sie immer wieder neue Herausforderungen mit sich bringen und anderen Menschen die gleiche Erfüllung geben, die meine eigenen Taschen mir gegeben haben.
Im Kern ist daraus meine persönliche Motivation geworden: Produkte zu schaffen, die nicht nur funktionieren, sondern Menschen über lange Zeit begleiten – und die zum Menschen passen, nicht umgekehrt.
Meine Mission
Ich entwerfe und fertige jedes Stück selbst, nicht um Trends hinterherzujagen, sondern um Dinge zu schaffen, die Bestand haben. Auch heute noch trage ich die erste Tasche, die ich hergestellt habe, und viele Erinnerungen mit verbinde. Genau dieses Gefühl möchte ich auch weitergeben. Dinge, an denen man hängen bleibt. Denn die besten Taschen trägt man nicht nur, sie begleiten einen ein Leben lang und sind etwas die einem ans Herz wachsen.